Dekadentes Artefakt* oder: Hagestolz, weiblich

Einträge "März 2006":

Freitag, 31. März 2006

Mist, verdammter!

Vor lauter Nichtverstehen und in den Kopf reinprügeln von Liquiditätsreserven, Innen- u. Außenfinanzierung sowie Annuitätszinsen habe ich doch glatt den gestrigen Geburtstag von meinem lieben, alten Freund G. aus der alten Heimat vergessen. Nun soll es die ganze Welt wissen, daß ich mir Asche auf mein Haupt streue u. ihm dafür den heutigen Blog-Eintrag widme.
HAPPY BIRTHDAY und immer wenn ich eine Dart-Scheibe sehe, möcht ich nochmal Mitte zwanzig sein.

Mittwoch, 29. März 2006

Wer zu spät kommt...

Ich verfolge das schon seit Freitag. Deshalb schreibe jetzt auch kurz mal was über die Geschichte mit TransparencyDeutschland und Monika vom Weblog "wasweissich", weil hier (hoffentlich) auch Menschen mitlesen, denen ich diese Geschichte gern mal ans Herz legen möchte, ich bei einem persönlichen Gespräch aber leider nicht mehr dazu komme, sämtliche Vorgänge miteinzubeziehen. Und mache es mir nun ziemlich einfach, indem ich auf die Stimme der freien Welt verweise, dort gibt es m.M.nach eine gute Übersicht über die Ereignisse der vergangenen Tage. Viel zu lesen, aber das ist es wert! Interessant vor allem, weil man dabei zusehen konnte, wie ein solcher Sachverhalt aufgenommen und weitertransportiert wird. Sei es von den verschiedenen Weblogs, der Presse oder den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten (in diesem Fall tagesschau.de, siehe hier).

Für mich ist die Sache interessant, weil es hier um eine Organisation geht, die den Menschen zeigen will, wie Zivilgesellschaft funktionieren soll u. in diesem Fall wirklich nicht als gutes Beispiel vorangeht. Und weil ich den Mensch, der jetzt der Mann von der Frau ist, die dann doch nicht Bundespräsidentin wurde, mal live erleben konnte und nicht unbeeindruckt war. Passenderweise auf einem Kongress bei dem es um Corporate Social Responsibility (CSR) ging. Und die fängt m.E. bei den eigenen (Ex-)Mitarbeitern an.

Das war's für heute von Sjule, die ihre Magisterarbeit über ehrenamtliches Engagement geschrieben hat und sich manchmal fragt, warum eigentlich. Aber das nur am Rande... 

Montag, 27. März 2006

Grau in London

Die Wolken hängen schon wieder tief über Berlin, da freue ich mich doch sehr über einen Beitrag von Konstantin über das London Park Hotel. Dorthin hat es mich im Jahr 1997 auf einer Reise mit dem bunten Regenbogentourbus verschlagen. Mit zwei anderen jungen Damen habe ich mir dort ein Zimmer mit Bad geteilt. Für das kleine Geld was das Zimmer sehr okay und gut geeignet, die schmerzenden Füße und Beine auszuruhen. Zu Fuß gehen und solche Entfernungen war ich damals nicht gerade gewöhnt.
Ob der schmalen Fensterschlitze und der langen Flure munkelte man, daß dieses Gebäude mal ein Gefängnis gewesen sei. Nun bin ich ja gottseidank schlauer.
An die engen Lichtschächte und die verrußten, roten Backsteine kann ich mich noch erinnern. So wirklich viel Licht gelangte aber nicht auf die kleinen Höfe. Ich glaube, einige der Zimmer hatten ihre Fenster auch dort hinaus, wir konnten unseren Blick jedoch (aus dem dritten Stock) über das benachbarte Viertel schweifen lassen.
Es war zwar nicht so zentral, wie meine Unterkunft im Jahr davor, jedoch schlossen die Fenster und das Frühstück bekam man im selben Haus. Der Frühstücksraum lag im Keller und gab dem Gast einen farbenfrohen Eindruck der Vorliebe der Briten für wahnsinnige Muster auf Teppich, Vorhängen u. Polstern.
Schön, daß man mal wieder ein paar Erinnerungen an diesen kleinen Urlaub hochkramen kann, schade, daß dieses Haus bald abgerissen wird.

Sonntag, 26. März 2006

Ende eines Jahresabos

Vor etwas mehr als einem Jahr bekamen auch wir endlich einen DSL-Zugang mit den unbegrenzten Möglichkeiten, die einem das Internet so bietet, wenn es 24/7 ununterbrochen aus der Dose kommt. So schnell wie möglich mußte nun auch ein kleiner, schicker MP3-Player her, auf dem dann eine Auswahl meiner liebsten Musikstückchen umhertransportiert werden sollte (die ich natürlich nirgends herunterladen wollte, sondern aus meiner legal erworbenen CD-Sammlung stammten, Podcasts kannte ich damals noch nicht).
Als ein unschlagbares Angebot erwies sich ein Ein-Jahres-Test-Abo der Firma A*dible, die mir für 12 Monate versprach, mir für nur 14,95 € im Monat einen hübschen Ipod-Mini und monatl. 2 Hörspieltitel zur Verfügung zu stellen. Da sagte ich nicht nein und meldete mich umgehend an. Nun lud ich mir die ersten beiden Hörspiele herunter und bekam beim ersten Hören schon eine Gänsehaut, denn am Anfang jeden Hörspiels begrüßt einen die Stimme von Tom Hanks (uargh!) und blökt einem ins Ohr, daß dieses Hörbuch nun von A*dible präsentiert wird. Nach drei Monaten war mein Interesse an den angebotenen Titeln schon recht erlahmt, alles was mich interessierte, hatte ich schon, zwei Monate lang vergaß ich sogar, daß ich dort meine zwei Hörspiele runterladen müßte, das Geld wurde meinem Kreditkartenkonto trotzdem in Rechnung gestellt.
Nun ist ein Jahr rum, ich habe fristgemäß meine Kündigungsemail geschrieben und sogleich, nach der standardisierten Bestätigungsmail, eine Reaktion darauf bekommen.
So schreibt ein freundlicher Mitarbeiter, dessen Name komischerweise, bis auf die letzten beiden Buchstaben, genauderselbe wie der von Tom Hanks ist, folgendes:

"Sicher verstehen, dass wir Sie nur sehr ungern so ganz als Kunden verlieren wollen. Bitte erlauben Sie die Anmerkung, dass sich Ihr Jahresabo bei Nichtkündigung NICHT automatisch um ein ganzes Jahr verlängert. Daraus wird ein monatlich kündbares Abo." (Ja, sogar das Sie im ersten Satz hat er vor Aufregung ganz vergessen!)

"Ich kann Ihnen aber auch wieder einen modernen mp3-Player anbieten, wenn Sie sich ein weiteres Mal für ein Jahresabo entscheiden würden. Aber auch andere Maßnahmen sind denkbar." (Maßnahmen... Also wenn ich mit Maßnahmen anfange, dann aber holla!)

"Darf ich mit einer kurzen Reaktion Ihrerseits rechnen, damit ich weiß wie wir weiter verfahren? Schreiben Sie mir doch bitte einfach in ein paar Worten, was ich genau tun kann, um Sie als zufriedenen A*dible-Kunden behalten zu dürfen. Irgendetwas. Ich denke wir Beide finden gemeinsam etwas, womit ich Sie glücklich machen kann." Naja und da bin ich dann beinahe vom Stuhl gefallen. Glücklich machen will mich der Bursche also??? Hat er sich scheinbar nicht gut überlegt, mit wem er es hier zu tun hat. Auf jeden Fall macht mich eine unendliche Brieffreundschaft, wie sie wohl demnächst auf mich zukommen wird, schon mal überhaupt nicht glücklich. Ich glaube, ich verbiete denen gleich, mir jemals noch einmal eine Email zu schreiben. Meine Güte, ich wußte nicht, daß solche Emails sooo verzweifelt klingen können.)

"Wenn Sie die Kündigung trotzdem wünschen, kommen wir diesem Wunsch selbstverständlich nach." (Das ist aber nett von Ihnen, Herr Hanks.)

Da bekommt man das Gefühl, man müßte sich für sein Konsumverhalten auch noch entschuldigen. Sicher, sie könnten kulanter sein, wenn man mal einen Monat vergißt, sich seine "Ware" abzuholen, aber das war mir jetzt doch zu müßig in meine Anwort zu schreiben. Mal sehen, wann ich das nächste Mal von denen wieder was höre.


Samstag, 25. März 2006

Ich mache den Himmel noch etwas grauer

Und zünde noch mal den Ofen an und hoffe, daß das bald nicht mehr vonnöten ist. Die offizielle Heizperiode hört ja bei mir am 1. April auf, dann hat es gefälligst warm zu sein, denn die Heizkörper werden ab diesem Zeitpunkt nur noch im absoluten Notfall eingeschaltet. Ansonsten paßt mir das Regenwetter gut in den Kram, ich kann ohne schlechtes Gewissen zuhause bleiben und mal wieder Sachen von a nach b räumen.

Auf daß sich morgen, trotz des schlechten Wetters, in der alten Heimat genug Leute vor die Tür und an die Wahlurne schleppen (sorry, alter Freund, aber meine Mama hat gar keinen Bock, hat sie mir gestern am Telefon gesagt) und anständig kumulieren und panaschieren und die richtigen Leute an die richtigen Stellen wählen. (So langsam wäre es vielleicht mal ganz gut, sich hier mal wieder in die politische Landschaft einzuarbeiten, im Herbst sind wir hier ja auch mal wieder dran. Die Abwahl einer PDS-Stadträtin haben wir hier aber auf jeden Fall schon auf die Agenda gesetzt).

Dienstag, 21. März 2006

Trip Trap

Da kommt dann doch der Frühling, denn die hübschen, silbernen Fahrräder des großen, deutschen Transportdienstleisters säumen nun wieder in Massen die Gehsteige in dieser Stadt. Noch stehen sie hübsch aufgereiht da, ich geb' ihnen nur ein paar Tage, dann findet man sie auf irgendwelchen Brachflächen wieder und böse Menschen springen auf ihnen herum.
Heute also mal ein wenig  die frühen Sonnenstrahlen genießen, sich keine Gedanken machen über die noch anstehenden Veranstaltungen heute und hoffen, daß die Sperrmüllmänner, die den Keller u. den Dachboden entrümpeln, nicht die falschen Sachen mitnehmen.

Samstag, 18. März 2006

Wo sitzt ihr?


ich sitze hier!

via Johnny

Lebensrettende Vergeßlichkeit

Wenn die Bardame bei Smoothies vergißt, in die Apfel-Bananensaft-Mischung die Erdnußbutter reinzutun.
Merke: Immer schön vorher die Zutatenliste lesen!

Mittwoch, 15. März 2006

Buchhaltung ist mein Sudoku!

Sonntag, 12. März 2006

Super-Omi

Letzten Freitag war es dann soweit, ich durfte an der ersten Mitgliederjahreshauptversammlung teilnehmen. Jahrelang bin ich solchen Veranstaltugen erfolgreich ferngeblieben, das Geplänkel ist ja nun immer dasselbe, interessiert mich in der Regel wenig und der ganze Regularienschabernack wie Tagesordnung, Protkoll, Wahlen und Abstimmungen etc. treibt mich in den Irrsinn.
Nun hatte ich mich aber auf den weiten Weg in den verschneiten Berliner Süden gemacht, es mir mit einem großen alkoholfreien Getränk in vorderster Reihe (Hinterbänklerdasein ist halt auch nichts für mich) bequem gemacht und hatte als direkte Sitznachbarin das älteste Mitglied. Sie stellte sich mir als M. vor. Großes Kino! Die Dame ist 95 (!) Jahre alt, sehr fidel, jedoch nicht mehr so stabil auf den Beinen, deshalb war sie mit Stock u. kleinem Gehwagen unterwegs. Sie saß links von mir, hörte jedoch nur noch auf dem linken, mit einem Hörgerät verstärktem Ohr einigermaßen und so drehte sie mir dieses im Laufe der Veranstaltung immer wieder zu, damit ich ihr das ein oder andere zurufen konnte.
Nachdem sie von (beinahe) allen anwesenden anderen Damen freudig begrüßt wurde, ging es dann auch mit der Sitzung los. Der Großteil der Sprecherinnen war (selbst für mich Discogeschädigte) nicht so gut zu verstehen, also warf mir die alte Dame immer mal wieder fragende Blicke zu und zuckte mit den Schultern. Als dann die 1. Vorsitzende den nicht unbedingt kurzen Jahresbericht vorlas, drehte sich M. ein weiteres Mal zu mir um und rief: "Macht die nicht bald Schluß?" Ich guckte sie verlegen an, denn durch ihre Schwerhörigkeit war diese Frage keineswegs geflüstert. Dementsprechend laut mußte ich in ihr linkes Ohr antworten, daß das Ganze bestimmt noch ein Weilchen dauern würde.  Ihre Antwort war umgehend: "Scheiße, wenn man hier so sitzt und nix hören kann." Bei dem wirklich langatmigen Vortrag wiederholte sich das Ganze zwei-, dreimal.  Wirklich eine blöde Situation für sie, das verurteilt einen wirklich zur Teilnahmslosigkeit. Ich fand sie auf jeden Fall sehr sympathisch, weil sie mit ihrer Lage doch sehr souverän u. schlagfertig umging. Als sie dann ungefähr nach der Hälfte und gefühlten drei Stunden meinte, daß sie doch jetzt endlich mal eine Zigarette rauchen wolle, fiel ich dann doch beinahe vom Stuhl. Sie packte dann auch ihren Stock und ging für einige Zeit in den Nebenraum, um sich dort eine anzustecken. Als sie dann wiederkam, ließ sie noch die ganzen Abstimmungen über sich ergehen, hob artig den Arm, als alle den Arm hoben und ließ sich von mir immer kurz erklären, für welches Amt jetzt gerade abgestimmt würde und schüttelte immer wieder unwillig den Kopf: "Was kommt den jetzt noch?". Als sich dann die 1. Vorsitzende für unsere Aufmerksamkeit bedankte, hob M. ihr Weinglas und meinte freudestrahlend: "Prost auf das Ende!". Als der Saal dann wegen irgendetwas applaudierte, sagte sie nur kurz: "Wir klatschen, weil's zuende ist." Sie stand dann auch auf, um sich von mir zu verabschieden und um noch mit ein paar Bekannten zu plaudern. Davor ließ sie sich aber noch meinen Namen auf die Tagesordnung schreiben, "weil ich doch immer alles vergesse und mir auch keine Gesichter merken kann." Die Geschichte, daß sie einmal (vor vierzig Jahren) ihren Sohn bei einer Verabredunge nicht bemerkt hatte, weil er wegen eines gemeinsamen Banktermins einen Anzug trug, hatte sie mir schon erzählt, nachdem wir uns einander vorgestellt hatten.
Somit war's ein nicht uninteressanter Abend, der wirklich schlimmer hätte sein können. Spätestens beim Sommerfest, sollte ich M. mal wiedertreffen. Nicht unwahrscheinlich, denn die Mitglieder, denen die Gedenkansprache zu Beginn der Versammlung galt u. die im letzten Jahr "von uns gegangen sind" waren 91, 91 und 97 Jahre alt.

Wohnungsarchäologie 1

Eigentlich sollten ja nur 3 kaputte Fliesen ausgetauscht werden. Bei der Gelegenheit konnte man ja gleich mal nachsehen, was sich unter der Spachtelmasse verbirgt. Siehe da: Häßliche Fliesen wurden auf noch häßlicheren Ost-PVC gelegt, kein Wunder, daß die Fliesen an den Hauptverkehrsstellen schnell mal durchbrechen, da diese Unterlage bei Belastung doch ganz ordentlich nachgibt. Und unter dem Kunstoff kam dann der Originalboden zum Vorschein, der scheinbar gut erhalten ist und nun laut nach Freilegung schreit...

Konsumwille

Wo sind die Sonntage, an denen die Geschäfte geöffnet sind, wenn man sie mal braucht???

Donnerstag, 9. März 2006

Neighborhod #1

Weiße Fußspuren auf dunklem Grund treppabwärts verrieten bei unserer Ankuft von der Bremenreise, daß die Nachbarwohnung nun endlich wieder bewohnt wird. Die freundliche Nachbarin, bei deren Auszugsflohmarkt ich dann ausgerechnet auf die nordhessische Hackfresse Kackbratze nette Person H. treffen mußte, war ja schon im November ausgezogen. Sie hatte  sich in der Zeit, in der wir uns das Stockwerk teilten, liebevoll um die ganzen Pakete u. Päckchen gekümmert, die von den Zustellern doch tatsächlich auch vier Stockwerke hochgetragen und nicht einfach gleich im Laden unten abgegeben wurden. Die "Neuen" wurden auch schon gleich als Packstation eingbunden und so hatten wir denn auch schon den ersten Kontakt. Die wußten dann auch schon gleich zu berichten, daß es dann auch bald die langersehnte Gegesprechanlage gibt und demnächst die Fassade aufgehübscht wird. Na, das hat mir gerade noch gefehlt. Auf gute Nachbarschaft. Scheinen nette Leute zu sein. 

Mittwoch, 8. März 2006

Happy Frauentag

Hier im Osten ist mal wieder Frauentag. Ich bekomme ja von den meisten Feiertagen nicht wirklich etwas mit, es sei denn, die Läden sind mal wieder zu. Bemerkt habe ich den heutigen Frauentag erst, nachdem mich die Kassendame vom Saturn mit einem Wunsch für einen schönen Frauentag verabschiedet hat. Und etwas später kam dann auch der alte Oberchef ins Büro und schüttelte mir die Hand "obwohl das ja gar kein Wessi-Feiertag ist". Unten würden dann auch Blumen stehen, die er extra für heute gekauft hätte, nicht für jede eine, daß wäre ja zuviel, "könnte ich mir dann ja mal angucken gehen".  Super, schönen Dank auch.

Dienstag, 7. März 2006

Neu lernen

Nun heißt es, das Köpfchen mit neuen Inhalten füllen. Das Päckchen aus Hagen ist da mit 10 kleinen Heftchen zu 10 spannenden Themen aus der Betriebswirtschaftslehre. Der Schreibtisch ist aufgeräumt und nun kann es also losgehen. So, Welt des Großkapitals, aufgepaßt, jetzt komme ich!!!

Mittwoch, 1. März 2006

Eigentlich fehlte nur noch der Kasten mit der Geige, Klarinette, Querflöte, .... was auch immer

Zuerst fielen mir die beiden Becher Ayran auf, die der eine bei sich hatte. Einer in der Hand und einer guckte aus der Jackentasche. Mhm, dachte ich, das ist ja schon etwas speziell und das in dem Alter... Die beiden Jungs setzten sich auf die gegenüberliegenden Plätze und unterhielten sich angeregt. [Fast wie eine Erwachsenenunterhaltung, das finde ich bei Kindern im Grundschulalter ja eher unsympathisch] "Also, wenn man so gut in der Schule ist, dauernd Einsen schreibt..." "Ja, dann ist das für die Eltern nach der dritten und vierten gar nicht mehr so interessant." "Genau, die Mutter guckt dann da nur noch drauf und unterschreibt und das war's dann." "Ja, wenn man dauernd Einsen schreibt, dann ist das irgendwann gar nicht mehr so wichtig für die, die sagen dann gar nichts mehr". Boah, die beiden Kleinen hatten es ja schon ganz schön schwer in ihren jungen Jahren. "Und jetzt neulich, da habe ich eine Mathearbeit geschrieben und hatte vorher gar nicht gelernt, ich war nämlich krank!" "Gehirnkrank?" "Nee, aber so ohne mich anzustrengen, und naja, die nehmen das dann gar nicht ernst!" Arme kleine Streber, kam mir so in den Sinn, da werden die spätestens nach der zweiten Eins gar nicht mehr gelobt. Das kann so ein kleines Herz schon ganz schön verletzen und dann hatte ich ein wenig Mitleid. Wir sind dann alle aufgestanden um an der Schönhauser Allee aus der U-Bahn zu steigen. Die beiden guckten raus und sahen das Mc*onalds und ab da mochte ich dann doch kein Mitleid mehr haben. "Äh, guck mal da, Mc*onalds" "Wir gehen jetzt aber nicht da rein!" "Nee, da hab ich mal ein paar Mal gegessen und dann habe ich echt zugenommen." "Stimmt, ich war da auch mal, wenn man da schon reingeht, das ist ja so eklig." "Aber ich habe dann auch wieder vernünftig gegessen und jetzt gehe ich da nicht mehr hin." Hhm, schreibt einfach weiter Einsen, ernährt euch gesund, findet einen hübschen Job und zahlt meine Rente. Vielen Dank u. schönen Tag noch ihr beiden.