Dekadentes Artefakt* oder: Hagestolz, weiblich

Einträge "April 2006":

Sonntag, 30. April 2006

Walpurgisabend

Den Tag mit den Büchern und Hausarbeit verbracht, es ist kühl an den Händen und ich versuche mich jetzt schon langsam auf den Abend vorzubereiten. Gucken, ob noch genug Kaffee im Kühlschrank ist. Sonst ist spätestens um 23 Uhr Schluß mit lustig. Die Peer-Group und ich gehen Konzert gucken im Magnet. Gespannt auf den Heimweg. Die letzten Autos in den Nachbarstraßen wurden abgeschleppt und nun warten alle gespannt, was um den Mauerpark herumnoch so passieren wird . Noch kreisen keine Hubschrauber über dem Haus, das war zumindest in den letzten zwei Jahren noch anders. Die Ruhe vor dem Sturm? Abwarten. Die Menschen aus der Bürgerinitiative Freunde des Mauerparks e.V. haben sich auf jeden Fall wieder einmal super (hippiemäßige)  Sachen für heute u. morgen ausgedacht:
30. April:
- Lampions aufhängen   - Gebet
- Friedenstauben     - Folkstanz
- Seifenblasen  - Trommeln
- Feuerkunst
1. Mai:
- Aufräumen nach der Walpurgisnacht ab 11.00Uhr
- Picknick danach
- Blumenherzen pflanzen
- Gasballons mit Kindergrüßen steigen lassen

No-Go Area für die Sjule würde ich sagen.

Donnerstag, 27. April 2006

Warum aufs Dorf ziehen wenn ich in Berlin wohnen kann oder warum die Ackerstraße in Mitte ein sicherer Ort ist

Es ging zusammen mit den Mädels in den Schokoladen, da spielte eine Band, deren Bassist der Quasi-Kollege der einen Freundin ist. Ich war mit dem Roller unterwegs, den ich lange zwei Wochen entbehrt hatte und nun an diesem warmen Tag jeden Meter mit ihm zurückgelegt hatte, warum also nicht auch noch abends? Bier schmeckt zur Zeit sowieso nicht. Ich parkte also auf der Straßenseite gegenüber, schön im hellen Licht eines Drogeriemarktes. Da ich ja so viel Angst um das Ding habe und mir der Laden aus England die Email schickte, daß sie das tolle Schloß gerade nicht auf Lager haben und ich es in 4-6 Wochen noch einmal versuchen sollte. Da ich unter dem Sitz und in der Klappe unter dem Lenker so unglaublich viel Stauraum habe und erwatungsgemäßer Temperaturen über 30 Grad im Etablissement gegenüber, ließ ich meine Jacke und meinen Schal dort, um das Zeug nicht die ganze Zeit mit mir herumtragen zu müssen. Den ersten Künstler des Abends ließen wir aus und saßen draußen rum, um von einem der ersten warmen Abende des Jahres bloß nichts zu verpassen. Dann schauten wir uns die Band an, deretwegen wir gekommen waren, die konnte mich aber leider gar nicht begeistern. Nach dem Auftritt saßen wir noch ein bißchen rum und waren freudig überrascht, daß noch eine Sängerin auftrat, die mit lauter Akustikgitarre und kräftiger Stimme schöne Lieder sang und sich vom Publikum Geschichten über Leute in Beziehungen erbat, die schon fast am Ende sind und sich nur noch so dahinschleppen, weil sich daraus so schöne Lieder machen ließen. Während der netten Musik guckte ich versonnen in der Gegend herum und war plötzlich erstaunt ob des bekannten Gesichts am Eingang.

Exkurs: Meine beste Freundin und ich haben früher mal gerudert. Also ich habe gerudert u. sie gesteuert, insgesamt waren wir zu fünft im Boot. Hier soll es aber nur um sie und mich gehen. Gerne sind wir auf die Schülerregatten im Herbst (wir waren damals 14 Jahre alt) nach Hannover gefahren. Wir haben dort immer gewonnen und in der freien Zeit konnte man toll zwischen den Stegen rumhängen und Traubenzucker-Täfelchen essen, die in übertriebener Menge keineswegs mehr fit machten, sondern nur noch schläfrig. Im besten Fall war im benachbarten Niedersachsenstadion noch Fußball-Europameisterschaft oder Michael Jackson spielte auf und es war richtig was los an der Leine. Anläßlich einer solchen Regatta sind wir 1989 dem O. begegnet. Wir waren 14 und er ein, zwei Jahre älter. Rein outfittechnisch passten die wilden Mädels aus der nordhessischen Beinahe-Provinz zu dem Typen aus Berlin, er u.a. mit ebenfalls abstehenden Haaren. Wir lungerten also gemeinsam zwischen den Hängern und Booten herum, ärgerten uns darüber, dass unsere Gruppe am Abend nichts mit den Berlinern unternehmen wollte und ertrügen die Lästereien der anderen Mädels, die ja doch nur neidisch waren. So ein Ruderwochenende ist kurz und so ging es am Sonntagnachmittag zurück in die Heimat. Vorher tauschten die beste Freundin und der Berliner Jung' noch Adressen und das Versprechen des gegenseitigen Briefeschreibens aus. Die beiden hielten regelmäßigen Kontakt, was vor allem daran lag, das meine Freundin etwas engagierter schrieb. Da wir später unbedingt einmal nach Berlin ziehen wollten, konnte so ein Kontakt ja nicht schaden. Als der O. im nächsten Sommer ein Trainigslager in der Nähe unserer Heimatstatt hatte, besuchte er uns einen Nachmittag und wir hatten jede Menge Spaß ihm in unserer kleinen Fußgängerzone unsere Lieblingsplätze zu zeigen, an denen wir zunehmend unsere Nachmittage mit den dort ansässigen schrägen Vögeln verbrachten. Über die Jahre hinweg brach der Kontakt nach Berlin nie wirklich ab. Gegenseitige Besuche folgten, die Abstände wurden jedoch immer größer. Der O. zog in Berlin immer mal wieder um und verlor dann scheinbar jedes Mal die Adresse (jedoch insgeheim nicht das Interesse an) meiner Freundin. Wir dachten in regelmäßigen Abständen immer mal wieder, was denn O. wohl gerade so mache und meine Freundin rief dann nach längeren Zeiten der Funkstille oft seinen Vater an und ließ sich seine neue Telefonnummer geben. Der letzte Besuch von O. bei meiner Freundin nahm dann ein eher schräges Ende. Es hat zwischen den beiden immer mal wieder gefunkt, aber so richtig bestimmt füreinander schienen sie dann doch nicht zu sein. Kurz vor diesem letzten Besuch hatte sich die Freundin frisch in einen anderen jungen Mann verliebt. Der Besuch des O. war da eher ungünstig und es gab wohl dramatische Szenen zwischen den beiden. Das gipfelte in der überstürzten Abreise von O. Die erstaunt zurückbleibenden Freunde von uns, die den O. mittlerweile auch alle kennengelernt hatten u. ihn alle gerne mochten, konnten diese Reaktion nicht so recht verstehen. Ich, und ich glaube auch meine Freundin, haben dann nichts mehr von O. gehört. Sieben oder acht Jahre ist das jetzt her. Aber immer mal wieder kamen wir auf ihn zu sprechen, so dann auch, als ich 2002 nach Berlin zog. Etwas später, als mit 14 Jahren geplant, aber besser als nie. Und ohne meine beste Freundin.

Und dann treffe ich den O. nach dieser langen Zeit doch hier tatsächlich wieder. Und spreche diesen blöden Satz, der einen echt auf die Couch bringen kann. "Bist du der O.? Ich bin die Sjule, die Freundin von der B." Ich dachte eigentlich, ich müsste das nicht mehr bringen, aber das ist jetzt eine andere Geschichte. Und dann sitzen wir wie selbstverständlich auf der Ackerstraße, weil die Welt ist schließlich ein Dorf und Berlin sowieso. Reden über das Rudern, zu kleine Wohnungen mit Partnern drin und Handwerk. Ich werde ihm dann demnächst mal die Kontaktdaten der Freundin zufunken, ich höre selbst kaum noch von ihr. Wie das oft so ist.

Als ich dann etwas später wieder auf meinen Roller steige, sehe ich, daß mein Taschentelefon die ganze Zeit auf meinem Gepäckträger lag. Das hatte ich aus der Jacke genommen, weil man die nur über den Kopf ausziehen kann und dann immer alle Sachen aus der Brusttasche fallen. Das lag da also komplette dreieinhalb Stunden im hellen Licht des Drogeriemarktes. Toll, die Ackerstraße ist ein wahrlich sicherer Ort, wenn man ein kleines, altes, hässliches Siemens S35 ist.

Dienstag, 25. April 2006

Sonnig!!!

Heute mal uneingeschränkt Zeit für die Kurshefte 5 und 6 genommen. Jetzt sitze ich auf Balkon 1 und löse Aufgaben. Gleich mache ich eine kleine Pause, da die Sonne von der Vorder- auf die Rückseite unseres Hauses wechselt. Dann gehts auf Balkon 2 weiter. Boah, ist das ein Leben!

Montag, 24. April 2006

Frischer Wind

In mehreren Blogs habe ich in den letzten Tage Hinweise auf die Seite "Who Ate All The Bratwurst" gefunden. Dort stimmen sich britische Fußballfreunde auf die Zeit ein, in der sie zu Gast bei Freunden sein werden. In den letzten Tagen kamen wohl immer mehr Besucher auch aus Deutschand auf die Seite und die Macher dachten sich, daß eine standesgemäße Begrüßung der Gastgeber nicht fehlen dürfe. Die haben sie sodann verfaßt und mit einem kleinen Übersetzungstool translated. Und da ich auch bekennender Ventilator von Jens Lehmann bin, dürft ihr hier auch einen kleinen Blick auf die Seite werfen:

thank you for the warm receipt ;-)

Die olle

v. d. Leyen möchte ich gerne ganz fest an den Haaren ziehen, bis sie heult. Habe ich noch letzte Woche zum MBW gesagt. Im neuen Spiegel gibt sie mir gleich wieder neues Futter für mein Vorhaben. Leider scheine ich sogar zu ihrer Zielgruppe zu gehören. Tja, alle Appelle verhallt, sage ich mal....

Freitag, 21. April 2006

Auch von mir

Happy Birthday, liebes Lieschen!


Wunderbare Häkelpuppe erstanden im Chelsea Farmers Club (Charles war gerade ausverkauft).

Montag, 17. April 2006

Ostern bei Anderen

Noch immer empfange ich den Newsletter meines alten Fachbereichs. Weil ich eigentlich dachte, sollte es mal Neuigkeiten geben, erfahre ich sie darüber garantiert. Pustekuchen. Ein paarmal in der Woche verschickt die Fachbereichsreferentin, deren Bewerbungsgespräch ich seinerzeit auch beiwohnen durfte, Stellenanzeigen bevorzugt für HistorikerInnen. Interessiert mich natürlich nicht die Bohne. Zunehmend irritiert mich allerdings das Datum oder die Uhrzeit der Emails. Und die haben bestimmt nichts mit dem Server der Uni zu tun. So bekam ich letztens eine Email an einem Samstagmorgen und tatsächlich zwei am heutigen Ostermontag. Das ich ja nun mal zu den Menschen gehöre, die sich nur Mo-Fr. zw. 9-17 Uhr zur abhängigen Erwerbsarbeit geneigt fühlen, verwirrt mich diese Tatsache ein wenig. Nach kurzem Überlegen wundert es mich dann aber doch nicht. Vor allem, weil ich die besagte Dame schon während des Bewerbungsgesprächs in eine Schublade gepackt habe (welche, verrate ich jetzt nicht). "Ich mache das hier höchstens 3 Jahre" höre ich sie noch sagen. Das war, glaube ich, gegen Ende des letzten Jahrtausends. 

Ganz großes Ostern!

Ostern ist ja schon allein durch die Wahl der Wochentage eine tolle Sache. Ein Freitag, dazwischen der Samstag, an dem man noch mal einkaufen kann und dann wieder zwei freie Tage. Die Ostergeschichte ist auch um einiges spannender als das Weihnachtspendant. Liebe, Verrat und Tod, alles was eine gute Geschichte so braucht. Die BBC (mal wieder) hat die Passionsgeschichte mit Songs verschiedener Bands aus Manchester vertont. So ist auch Musik von The Smiths dabei. Auf YouTube kann man sich anschauen, wie der Jesus-Darsteller "You're Gonna Need Someone On Your Side" intoniert (mit Akkordeon im Hintergrund, wow!) und Judas nach vollbrachtem Verrat "Heaven Knows I'm Miserable Now" singt. Via Stereogum

Sonntag, 16. April 2006

Zuckersüß

In diese Dom-Läden, die schon von außen durch ihre glitzernde Pailletten-Fassade auffallen und wo es eigentlich nur Sachen gibt, die Mensch überhaupt nicht braucht, gehe ich ja eigentlich nur wegen der Männer (siehe Überschrift). Am Samstag mußte ich mich aber noch zusätzlich für meinen Fußmarsch von zuhause in die Friedrichstr. belohnen und was gab es besseres als dieses hier:
 
Als großer Fan dieser phantastischen Figuren (nie werde ich vergessen, als sich Barbapapa in einen Bus verwandelte), konnte ich an dem kleinen Zuckerwattehügel nicht vorbeigehen. Die Bücher habe ich als kleines Kind im Bücherbus ausgeliehen und konnte mich gar nicht daran sattsehen. Vor zwei Jahren habe ich mir mal den Wecker gestellt, als RTL die alten Folgen am Sonntagmorgen um 8.45 Uhr ausgestrahlt hat, war aber ziemlich enttäuscht. Klar, Barbapapa verwandelte sich immer noch in tolle Sachen, aber die Thematik der Lieder, die dort gesungen wurden, waren ihrer Zeit nun gar nicht voraus.  Der Papa hat das Sagen, die Mama macht den Haushalt und die lieben Kinderlein sind immer ganz artig und geben keine Widerworte. Wie gut, daß ich damals noch nicht lesen konnte.
(Und darüber, das Barbapapa in Frankreich tatsächlich die Bezeichnung für Zuckerwatte ist, habe ich mich auf diesem kleinen, süßen Dorffest damals mit den Mädels schon wie toll gefreut!)

Freitag, 14. April 2006

Heute bei undundund gefunden:



In Anbetracht meiner derzeitigen Lage mal kurz totgelacht! Originalbild kommt von
hier.


Hoffentlich bei der Bilderbenutzung alles richtig gemacht. Wenn man Anwälten Bilder einfach so von der Seite mopst, könnte das in etwa so unangenehm werden.

Sonntag, 9. April 2006

Pronunciation

Während meiner Spreewaldausfahrt wurde meine englische Aussprache als amerikanisch klingend betitelt. Brrrr. Deshalb höre ich jetzt so oft es geht per Phonostar-Player BBC Radio.
Und gerade läuft auf BBC 4 die Sendung  "Word of Mouth". Und es geht um Weblogs, toll! Die Schlagworte "Whistleblower" oder "blog-swarm" sind werden dort in Zusammenhang mit bloggenden Mitarbeitern großer Unternehmen und der Verbreitung von Firmeninterna im Internet erwähnt.  Leider läuft die Sendung in der Wiederholung, vielleicht kann man sie über den "Listen again"-Button  noch einmal hören.
Und gerade geht es um die Sprachkenntnisse von englischen Fußballspielern, die im Ausland spielen. Ich glaube diese Sendung höre ich jetzt öfter!

Ordnung

Morgen bringe ich das Roller-Schätzchen endlich mal zur Frühlingsinspektion und kann dann hoffentlich spätestens am Osterwochenende eine erste Ausfahrt machen. Man könnte ja an diesen ersten schönen, sonnigen Frühlingstagen so viel anpacken, den klassischen Frühjahrsputz, das verräumen der dicken Winterpullis an einen dunklen Ort und die Erledigung der Steuererklärung. Vor allem wenn man so ein Rausgeh-Muffel ist wie ich. Sonne, die durchs Fenster scheint, ist auch was Schönes (solange die Fenster noch lichtdurchlässig sind). Passiert aber bestimmt in den nächsten Tagen alles nicht, da die Laune dementsprechendes zu tun, arg zu wünschen übrig läßt. Lieber das Buch über den Mischa-Pinguin zuende lesen und von bösen Pflichten ablenken lassen.

Freitag, 7. April 2006

Lehmann!

Lehmann!Lehmann!Lehmann!Lehmann!Lehmann!Lehmann!Lehmann!
Lehmann!
Lehmann!Lehmann!Lehmann!Lehmann!Lehmann!Lehmann!



(ich ja hab noch mit dem FSJ'ler wetten wollen, aber er hat sich nicht getraut)